8. Oktober 2026

News Oberkärnten

Schultasche, Hefte, Laptop – der Herbst wird teuer

Oberkärntner Eltern rüsten ihre Kinder für den Schulstart aus – und merken: Sparen ist heuer kaum drin.

Jetzt kommt sie wieder, die Zeit, in der man verzweifelt suchende Mamas und Papas zwischen den Libro- und Pagro-Filialen in Spittal findet, wo man Kinder jammern hört, weil es kein neues Spiel gibt, sondern Stifte und Hefte gekauft werden. Dazwischen schwingt dann noch die Frage mit: Wie soll man sich all das noch leisten können?

Schon für Erstklässler wird der Schulstart teuer. Eine Schultasche kostet allein rund 250 bis 300 Euro, dazu kommen Federpennal, Turnsackerl und Turnschuhe, Hefte in allen Formaten sowie schon in der ersten Klasse unterschiedlich große Zeichen- und Malblöcke. Die Materiallisten flattern dabei zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten herein: manche schon am letzten Schultag, andere während der Ferien über die Schul-App, wieder andere erst kurz vor Schulbeginn – planen lässt sich der Einkauf damit kaum.

Für Oberkärnten gibt es keine eigene aktuelle Kostenerhebung, aber die gesamtösterreichischen Zahlen der Arbeiterkammer geben eine gute Orientierung: Demnach gaben Eltern zuletzt im Schnitt rund 855 Euro pro Schuljahr für ein Kind aus, mit teils erheblichen Unterschieden je nach Schultyp – Volksschule deutlich günstiger als Oberstufen-Gymnasium. Seit dieser Erhebung ist zudem einiges an Inflation dazugekommen, die Belastung dürfte heute eher höher liegen. Gerade in den Tälern Oberkärntens kommt für viele Familien noch der Schulweg als zusätzlicher Faktor dazu, wenn Kinder nicht im Heimatort, sondern erst in Spittal, Gmünd oder noch weiter entfernt zur Schule gehen – mit entsprechenden Fahrtkosten oder -zeiten, die sich ebenfalls im Familienbudget bemerkbar machen.

Besonders spürbar wird die Belastung auch beim Thema Digitalisierung. Ab den höheren Schulstufen wird digitales Unterrichtsmaterial zunehmend Standard, viele Schulen setzen inzwischen auf Laptop- oder Tablet-Klassen. Wo Kinder ein eigenes Gerät mitbringen oder sich an den Anschaffungskosten beteiligen müssen, wird das für Familien schnell zu einem spürbaren zusätzlichen Posten besonders dann, wenn kein Schulgerät zur Verfügung steht und ein privates Notebook angeschafft werden muss. Wer weiterführende Schulen mit eigenem IT-Bedarf besucht, zahlt oft deutlich mehr als Familien mit Kindern in der Volksschule.

Dazu kommen ganz praktische Fragen: Wird die Schultasche vom Vorjahr noch akzeptiert, oder drängt das Kind unaufhörlich auf etwas Neues? Müssen Taschenrechner, Zeichenmappe oder Zirkel neu angeschafft werden? Auch Nachhilfe, Skikurse, Projekttage oder Musikinstrumente schlagen zusätzlich zu Buche und werden in vielen Statistiken gar nicht mitgerechnet.

Am Ende bleibt der Schulanfang für viele Familien in Oberkärnten wie im ganzen Land ein finanzieller Kraftakt – gerade weil sich die Kosten je nach Schulstufe, Schultyp und Wohnort so stark unterscheiden und oft schleichend anfallen, statt auf einen Blick sichtbar zu sein.

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