Eine funktionierende Kaffeemaschine, fließend Wasser, Licht per Knopfdruck – all diese Dinge sind für uns so selbstverständlich in unserem Alltag integriert, dass wir kaum einen Gedanken darüber verschwenden, wie sie überhaupt energietechnisch zustande kommen. Auf über 2.000m Strom zu bekommen, ist dann schon eine andere Challenge. Herkömmliche Netzanschlüsse sind da meist keine Option, da braucht es mehr Kreativität. Genau da, wo jetzt viele sagen würden zu „kompliziert“, „unmöglich“, kommt Erfahrung ins Spiel, die so in dieser Form einzigartig im Oberkärntner Raum ist.
Vom Vater übernommen, weitergedacht
Elektro Hackl ist ein Familienbetrieb. Gegründet hat ihn Johann Hackl 1989, heute führt sein Sohn Andreas die Geschäfte. Was mit wenigen Mitarbeitern begonnen hat, hat sich in Jahrzehnten zu einem Unternehmen entwickelt, das viele Arbeitsplätze geschaffen hat und Privathaushalte wie auch Industriekunden bedient. Andreas Hackl hat das Business – wie man so schön sagt – „von der Pieke auf“ gelernt. Für ihn war der Weg in den Beruf nie eine offene Frage: Schon als Kind war er mit seinem Vater unterwegs, half mit, wo er konnte.
„Mir ist das eigentlich in die Wiege gelegt worden.“
Heute beschäftigt der Betrieb rund 25 Mitarbeiter, dazu kommen im Bedarfsfall bis zu zehn weitere über Personalleasing.
Wenn die Baustelle auf 2.200 Metern liegt
Andreas liebt Herausforderungen, an die sich nicht jeder heranwagt – etwa die Elektrifizierung von Alpenvereinshütten auf über 2.000 Metern Seehöhe. Was auf dieser Höhe anders läuft? Vor allem die Logistik.
„Die Zubringungen! Die Hauptaufgabe von uns ist es, dass die ganzen Zubringungen gemacht werden oder zustande kommen können, ob es mit Hubschraubern oder mit Allrad-Autos ist.“
Das Wichtigste sei, dass Material und Mitarbeiter sicher oben ankommen. Ist man erst vor Ort, findet man schon eine Lösung.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Industriebereich – vor allem in Holzwerken. Dort übernimmt Elektro Hackl die komplette Elektrifizierung, bevor die Anlage an die Programmierer der Maschinenhersteller übergeben wird. Ein Know-how, das der Betrieb sich über Jahre erarbeitet hat und das man so in keinem Standard-Lehrbuch findet:
„Wir haben ja ein Know-how, das haben wir über Jahre lang aufgebaut, dass wir so etwas machen, wie Wasserkraftwerke, Biomassekraftwerke.“
Diese zählen genauso zum Leistungsspektrum von Elektro Hackl. Zahlreiche Wasserkraftwerke, Biomasseanlagen und Wasserbassins wurden bereits erfolgreich in Betrieb genommen.
Schaltschränke aus eigener Hand
Ein Detail, das die Position von Elektro Hackl im Markt unterstreicht: Wo viele Betriebe Schaltschränke extern fertigen lassen, baut Elektro Hackl sie bei Bedarf selbst – planen, zeichnen, bauen, alles im Haus. Das kostet zwar mehr als der Zukauf, zahlt sich aber aus, wenn Lieferzeiten eng werden: „Falls die Lieferzeiten nicht eingehalten werden können, kann ich darauf zurückgreifen. Wir sind dann viel schneller.“ Autarkie von standardisierter Importware, in Zeiten volatiler Marktsituationen ein enormer Vorteil.
Strom, Speicher, Zukunft
Auch bei den großen Energiethemen hat Andreas Hackl eine klare Meinung. Den Photovoltaik-Boom der vergangenen Jahre hat sein Betrieb hautnah miterlebt und die Zahlen geben ihm recht: In Kärnten hat sich die Zahl der installierten PV-Anlagen von 2022 bis 2025 verdoppelt, jährlich wickelt das Land rund 13.000 Förderanträge ab. Allein 2025 flossen über 40 Millionen Euro an Fördergeldern.
Genau in die Richtung, die er selbst als nächsten großen Trend sieht, entwickelt sich nun auch die Förderpolitik: „Die Speicherthematik wird sicher sehr stark in den nächsten Jahren zunehmen.“
Tatsächlich macht das Land Kärnten ab 2026 den Stromspeicher erstmals zur Pflichtvoraussetzung für PV-Förderungen – eine Reaktion darauf, dass die vielen Anlagen zu Mittagszeiten das Netz zunehmend an seine Grenzen bringen.
Was den Betrieb zusammenhält
Gefragt, worauf er am meisten stolz ist, kommt die Antwort ohne Umschweife: das Team. „Wir sind auch nach der Arbeit oft gemeinsam am Tisch, um zu reden. Dass das Team intern einfach zusammenhält, ist eigentlich das, was Elektro Hackl ausmacht.“
Bei der Ausbildung der Mitarbeiter setzt der Betrieb auf gezielte Spezialisierung: Wer sich für Photovoltaik interessiert, wird auf PV-Baustellen geschickt, wer lieber Großprojekte betreut, findet dort seinen Platz. Regelmäßige Schulungen, etwa beim TÜV, gehören ebenso dazu wie das Rechtliche, das der Chef selbst übernimmt.
Für die kommenden Jahre sieht er den Betrieb vor allem dort wachsen, wo er heute schon seine Stärken hat: in Nischenprojekten rund um Wasserkraft, Digitalisierung von Höhenständen und der Elektrifizierung von Gebäuden in exponierten Lagen.