Nächtigungs-Info
-27,4 % Nächtigungen Bezirk Spittal/Drau, Mai 2025 ggü. Vorjahr
-42,4 % Nächtigungen Maria Wörth, Mai 2025 ggü. 2018
-9,5 % Nächtigungen Kärnten gesamt, Mai 2025 ggü. Vorjahr
Als ich zu Adi Stark komme, hält ihm gerade ein älteres Ehepaar ein Handy hin — ein Foto vom Südufer, 25 Jahre alt, ihr Auto darauf. Sie waren dabei beim legendären GTI-Treffen am Wörthersee. Adi nickt freundlich. Als das Ehepaar weitergegangen ist, sagt er mir, dass das immer wieder vorkomme, die Leute hätten sich unbezahlbare Erinnerungen am Wörthersee geschaffen.
Adi Stark, 76, war von 1997 bis 2015 Bürgermeister von Maria Wörth — und damit zur zentralen Figur eines Phänomens geworden, das den Wörthersee weit über die Grenzen Kärntens bekannt gemacht hat.
Der Mann, der Piëch die Hand schüttelte
Das GTI-Treffen war trotz großer Beliebtheit nie frei von Friktionen und Diskussionen. Junge Menschen mit aufgemotzten Volkswagen in Partylaune und bereit, Gas zu geben, sahen die Behörden mit Sorge, die Medien verbreiteten Aufregung und vielen Anrainern war es zu viel.
Adi Stark sah das große Potential des Events.
So machte er sich auf den Weg zu Ferdinand Piëch. Über zwei Stunden sprach er mit dem damaligen Chef des deutschen VW-Konzerns – eine der mächtigsten Personen der Automobilindustrie. „Das war nicht so einfach“, erinnert er sich. „Er war stinksauer. Wegen der ganzen Negativwerbung, im Radio, im Fernsehen, in der Presse. Und dann hat er gesagt: Okay, fangen wir wieder klein an.“
Was folgte, ist Lokaltourismus-Geschichte: Ausstellerflächen, Bühnen, Feuerwerke vom Floß. 24 VW-Vorstände an einem Tisch in Reifnitz. Und an Spitzentagen: 50.000 Menschen auf einem Fleck. „Wann bringen Sie 50.000 junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren hierher?“ Der Landesbeamte, den er das fragte, habe gestottert.
Einfaches Rezept: Gegenseitiger Respekt
„Schlägereien haben wir in Maria Wörth nie gehabt. Keinen Toten, keinen Schwerverletzten. Nichts.“
Sein Rezept war denkbar einfach: Respekt einfordern, aber auch zeigen:
Als Adi 2015 aufhörte, übergab er seinem Nachfolger, was er mühsam aufgebaut hatte. Die Beziehungen und das Vertrauen zu den Behörden war jedoch nichts, das man einfach weitergeben konnte, sodass das GTI-Treffen recht schnell zum Scheitern verurteilt war. „Er hat das in drei Jahren zum Kippen gebracht.“
Adi Stark – bekannt als GTI-Bürgermeister – sagt dies sachlich, ohne Häme für seinen Nachfolger. Er weiß, dass sich viel geändert hat. Mit reinem Idealismus und der Vision, den Wörthersee zu internationaler Bühne zu verhelfen, kommt man schon lange nicht mehr weiter. Strenge Behördenauflagen und auch aufwändige Sicherheitskonzepte sind eine der Gründe, warum es kein „Weiter wie zuvor“ mehr geben kann.
Heute fahren die jungen Leute mit den getunten Autos von Pörtschach nach Faak, von Faak nach Velden, im Kreis. „Sie haben kein Ziel. Sie haben nichts mehr zum Angreifen.“