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Seit 20 Jahren beschäftigt sich das Unternehmen mit Naturprodukten, heute steht für Geschäftsführer Josef Schantl vor allem eine Frage im Mittelpunkt: Wie bleiben wir möglichst lange gesund? Im Interview spicht er mit NOK+ über Prävention, Naturprodukte und die Frage, welchen Einfluss wir selbst auf das Älterwerden haben.
Nicht erst handeln, wenn etwas wehtut
Was tun wir eigentlich für unsere Gesundheit, bevor der Körper sich bemerkbar macht? Für Josef Schantl von Natural Products & Drugs ist genau das die entscheidende Frage. „Prävention statt Reaktion“ lautet der Leitgedanke des Unternehmens, das heuer sein 20-jähriges Bestehen feiert. Dahinter steckt allerdings nicht die Vorstellung, dass eine Kapsel die Lösung für alles sein kann. Im Gegenteil: Im Gespräch betont er immer wieder, dass Bewegung und Ernährung die Basis bilden.
Mit zunehmendem Alter verändert sich der Körper. Das sei unvermeidbar, sagt der Unternehmer. Entscheidend sei deshalb nicht, ob man diesen Prozess stoppen könne, sondern wie man ihn möglichst lange hinauszögern und gesund bleiben kann.
Seine persönliche Formel beginnt überraschend einfach: regelmäßige Bewegung. Er verweist auf die Empfehlung eines Sportarztes, wonach bereits 20 Minuten tägliches Gehen – so zügig, dass man leicht ins Schwitzen kommt – einen Unterschied machen können. Nahrungsergänzungsmittel sieht er erst als sinnvollen Zusatz zu diesem Fundament.
„Nur Kapseln schlucken, ist definitiv zu wenig“, sagt er im Interview. Damit beschreibt er zugleich einen Wandel, den er in den vergangenen zwei Jahrzehnten beobachtet hat. Gesundheit werde heute von vielen Menschen bewusster betrachtet. Besonders bei jüngeren Generationen sieht er ein stärkeres Interesse daran, nicht erst zu reagieren, wenn Beschwerden auftreten, sondern bereits vorher etwas für den eigenen Körper zu tun.
Fotocredit: © NOK+ Redaktion
Vom Öl in der Apotheke zum Gesundheitsunternehmen
Als Natural Products & Drugs entstand, war die Geschäftsidee wesentlich kleiner. Ausgangspunkt waren Pflanzenöle, die in kleinen Mengen über Apotheken angeboten wurden. Aus zunächst wenigen Ölen entwickelte sich über die Jahre ein Sortiment von rund 1.300 Artikeln.
Heute gehören neben Ölen unter anderem ätherische Öle, Hydrolate, Pulver, Gewürzmischungen, Nahrungsergänzungsmittel und eigene Produktlinien zum Unternehmen. Gleichzeitig entwickelte sich ein weiteres Standbein: Seit 2022 produziert das Unternehmen auch Flüssigprodukte für andere Firmen und übernimmt Formulierungen und Abfüllungen in kleineren Serien.
Was sich durch alle Entwicklungsstufen zieht, ist der Anspruch an Qualität. Bio-Zertifizierung spielte bereits im ersten Jahr eine Rolle. Heute kommen weitere Zertifizierungen hinzu, wie etwa für Lebensmittelsicherheit. Ein Teil der österreichischen Premium-Öle wird vom Anbau der Saat über Ernte und Verarbeitung bis zum fertigen Öl ausschließlich in Österreich hergestellt.
Ein Produkt entsteht nicht über Nacht
Wie viel Arbeit hinter einem neuen Nahrungsergänzungsmittel steckt, zeigt ein Beispiel aus dem eigenen Sortiment. Von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt kann rund ein Jahr vergehen. Rezeptur, Rohstoffauswahl, Marktrecherche, Geschmack, Löslichkeit, Tests und Kalkulation müssen zusammenpassen.
Dabei wird auch im Unternehmen selbst getestet. Mitarbeiter geben Rückmeldungen, zusätzlich arbeitet Natural Products & Drugs mit Apotheken zusammen. Mehrere Entwicklungsrunden sind keine Seltenheit. Das macht einen Punkt deutlich, der beim Blick auf die stetig wachsende Zahl von Nahrungsergänzungsmitteln leicht verloren geht: Zwischen Produktidee und fertiger Packung liegt deutlich mehr als ein gutes Marketingkonzept. Entscheidend sind Inhaltsstoffe und Qualität.
Was bedeutet „natürlich“?
Das habe ich Josef Schantl im Interview gefragt. Der Begriff ist für das Unternehmen nicht einfach eine Werbeaussage. Gemeint sind damit Produkte, die dem Kunden möglichst ohne große Veränderungen zugutekommen. Bio spielt dabei eine wichtige Rolle, weil damit unter anderem geregelt wird, welche Produktions- und Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden dürfen.
Das Unternehmen ist mit seinen Produkten längst nicht mehr nur in Österreich aktiv. Deutschland, Spanien, Großbritannien und Italien gehören ebenso zu den Märkten wie weitere internationale Vertriebspartner. Der Standort Spittal ist trotzdem geblieben. Für Schantl ist das kein Widerspruch. Im Gegenteil: Die Lebensqualität in Oberkärnten, die Nähe zur Natur und die Möglichkeit, internationale Märkte von hier aus zu bedienen, gehören für ihn zu den Stärken des Standorts.
20 Jahre Natural Products & Drugs. Der Blick nach vorne
Heute steht Natural Products & Drugs mit rund 17 Mitarbeitern, eigenen Produktlinien und einem breiten Sortiment am neuen Standort in Spittal. Der Blick richtet sich dabei längst über die klassischen Naturprodukte hinaus: Eigene Formulierungen, die Entwicklung von Produkten für andere Unternehmen und der Ausbau des Gesundheitssegments sollen künftig eine noch größere Rolle spielen. Der Grundgedanke bleibt dabei derselbe wie vor 20 Jahren: Gesundheit möglichst lange zu erhalten, statt erst dann zu handeln, wenn der Körper bereits deutliche Signale sendet.
„Verhindern werde ich das Altern und den Abbau des eigenen Körpers nicht können, aber ich kann ihn verzögern. Man will ja natürlich gesund altern, so gut es geht, mit möglichst wenig Schmerzen. Daher bleibt das Motto auch für die Zukunft ‘Prävention statt Reaktion’“, fasst Schantl seine persönliche und unternehmerische Philosophie zusammen.
Natural Products & Drugs Spittal
Ausschnitt aus dem Interview
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