Eine Empfehlung von Horst Zwischenberger
Die Natur ist ein stiller Vorratsschrank, der sich mit den Jahreszeiten wandelt. Zwischen Wiesen, Waldrändern und Gärten verbergen sich Pflanzen, die nicht nur Nahrung, sondern auch Kraft und Wissen schenken. In dieser Kolumne gehen wir mit Horst Zwischenberger auf Entdeckungsreise zu diesen grünen Schätzen, zu vergessenen Kräutern und einfachen Rezepten, die uns wieder näher an die Natur bringen, aber auch auf eine Reise zu alten Traditionen, Kärntner Brauchtum und Wissen im Sinne des heutigen Zeitgeistes.
Der Wildkräutersalat mit den krautigen Pflanzen ist der älteste bekannte Salat.
Die Tradition des „Kräutersammelns“ reicht zurück bis an die Anfänge der Menschwerdung. Man verstand schnell, dass Kräuter einen wichtigen Teil der Ernährung ausmachen sollten. Speziell nach den Wintermonaten geben die Wildkräuter dem Körper eine einzigartige Nährstoffvielfalt. Die Bitterstoffe sind bestens für die Entschlackung im Frühjahr geeignet und die Kräuter wirken auch sehr vitalisierend. Wildkräuter bieten zudem Chlorophyll, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe. Schon die Äbtissin und Universalgelehrte Hildegard von Bingen (1098 – 1179) schrieb über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse über mediterrane Heilpflanzen und Kräuter, die direkt vor der Haustüre wachsen. Die damaligen Erkenntnisse um Wildkräuter sind bis heute geblieben. Mehr noch, sie haben sich manifestiert und sind äußerst beliebt.
Wildkräutersalatrezept:
Folgende Wildkräuter aus der Natur sind dafür geeignet: Bachkresse, Bärlauch, Löwenzahn, Gänseblümchen, Giersch, alle Taubnesselarten, Spitz- und Breitwegereich, Vogelmiere, Scharbockskraut, Hirtentäschel, Sauerampfer, wilder Schnittlauch, Scharfgarbe, Knoblauchrauke, Gundelrebe, Fette Henne, Klettlabkraut, Wiesenschaumkraut, Lungenkraut, kriechendes Günsel, roter Wiesenklee usw.
Frisch gepflückte Kräuter gut waschen und in Gabelgröße klein schneiden, Blüten nicht schneiden. Marinade mit Grantenmarmelade abschmecken und vermengen. Darüber der angeröstete Speck, das angeröstete in Streifen geschnittene Schwarzbrot und die Blüten. Auch ein paar Scheiben hartgekochte Eier passen gut dazu.
Zutatenliste:
- Verschiedene Wildkräuter
- Bauchspeck gewürfelt
- In Schweineschmalz angeröstetes Schwarzbrot
- Wenig Grantenmarmelade
- Kaltgepresstes Olivenöl
- Apfelessig
- Etwas Knoblauch
- Salz & Pfeffer
Für ein cremiges Dressing:
Mit Naturjoghurt verfeinern