Geburtstage sind ein Grund zum Feiern. Wenn man als Erwachsene irgendwann die süßen Zwanziger verlässt, versucht man zwar die immer höher werdende Zahl unter den Teppich zu kehren, aber die Party steigt trotzdem. Genau wie für unsere Kinder. Schaue ich auf die „Geburtstagsfeiern“ – so hießen sie damals noch – meiner Kindheit zurück, dann lassen die schillernden 80er und 90er Jahre trotz der vielen Neon-Farben und Schlaghosen, alles etwas schlichter wirken. Es wurde nicht zum Kindergeburtstag, sondern einfach zum Geburtstag eingeladen. Zu Besuch kamen Oma und Opa, mit denen man gemeinsam mit seinen Eltern und Geschwistern in trauter Runde um den Kaffeetisch und der leckeren, selbstgebackenen Torte oder den köstlichen Kuchen saß. Saft stand für die Jüngsten bereit, Kaffee für Mama und Oma und meist ein Bierchen für Papa und Opa. Es wurde gratuliert, gesungen und der Ehrengast des Tages durfte die fein säuberlich abgezählten Kerzen auf der Torte ausblasen, um sich etwas zu wünschen. Anschließend überreichten die Gäste feierlich zwei oder drei Geschenke und mit ein wenig Glück ging der soeben zum Himmel geschickte Geburtstagswunsch auch gleich in Erfüllung. Kleidung, Socken und auch etwas zum Spielen war immer dabei. Sofort ging es zum Ausprobieren und Testen der Geschenke-Beute, während die Erwachsenen den neuesten Tratsch und Klatsch der Familie austauschten. Zwei Stunden später war der Spuk vorbei, Oma und Opa verließen die Geburtstagsrunde. Einer von vielen unvergessenen Geburtstagen unserer Kindheit ging zu Ende. Unspektakulär, aber schön.
Szenenwechsel. Ein Geburtstag im Jahr 2025. Schaue ich mir die Kinderpartys – ja, heute wird das so bezeichnet und das macht auch einen Unterschied – von Freunden, Bekannten, Verwandten und auch die meiner eigenen Kinder an, so kann man zu damals nicht nur keine Vergleiche ziehen, es scheint, als wären wir in einem Paralleluniversum gelandet, das sich möglichst viel Mühe gegeben hat nichts, aber auch gar nichts, aufkommen zu lassen, das auch nur im Entferntesten an einen Geburtstag von vor 30 Jahren erinnert.
Schon die Einladung zur Party. In unseren Jugendjahren gab es keine schriftlichen Einladungen, man überbrachte die frohe Kunde mündlich oder per Haustelefon, wenn jemand außerhalb der Familie eingeladen wurde. Heute wird die Einladung in Kindergarten oder Schule übergeben oder Mama lädt das gewünschte Kind über eine WhatsApp-Nachricht an die andere Kindsmutter ein. Einfach, praktisch, gut. Die Einladung passt selbstverständlich bereits zum Motto der Party. Richtig gehört, jede gute Party braucht schließlich ein Motto. In rund acht Jahren Kindererziehung, kommt da schon so einiges zusammen: Feuerwehrmann Sam, Paw Patrol, Peppa Pig, Dschungeltiere, Dinosaurier, Minions, PJ Mask, Pokèmon bis hin zu Super Mario und wie sie alle heißen. Als gute Mutter – und um ja keine Kritik aus den eigenen Reihen (sprich vom Geburtstagskind) oder seinen Gästen aufkommen zu lassen, passen auch Dekoration, Luftballons, Tortendeko, Geschirr, Becher, Teller und und und einwandfrei zum Motto. So weit so gut. Ein wenig organisatorischer Aufwand im Vorhinein und aufgebaut werden will das Ganze auch. Damit das im Alltag machbar ist, wurden aus den Überraschungspartys bei uns zuhause mittlerweile angesagte und geplante Events, bei denen sowohl das Geburtstagskind als auch sein Bruder beim Aufbau der Dekoration mithelfen – zumindest im Bereich des Möglichen. Luftballone aufblasen und aufhängen gehört aber in jedem Fall zum Pflichtprogramm.
Der Tag der Party: Sind erst alle Gäste eingetroffen und die Feier in vollem Gange, will sie auch in Schwung und die kleinen Geburtstagsfeiernden bei Laune gehalten werden. Dazu gehört eine gut geplante Schatzsuche. Einige findige Geschäftsleute haben diese Marktlücke bereits erkannt und bieten fertige Schatzsuchen zu unzähligen Themen an, die Frau bequem im Internet bestellen und am Tag der Feier bereitlegen kann. Vielen Dank dafür! An und für sich bastle ich zwar sehr gerne, aber habt ihr schon einmal selbst, per Hand, mit Papier, Stiften, Schere und Kleber eine Schatzsuche für Fünfjährige gemacht? Das ist noch viel anstrengender und zeitaufwändiger als es klingt, sage ich euch. Am Ende der Schatzsuche – wie sollte es anders sein – gibt es einen Schatz zu finden. Eine kleine, schnuckelige Schatztruhe, in der sogenannte Gastgeschenke für das Geburtstagskind und seine Freunde versteckt sind. Während ich anfangs nicht wusste, was ich damit so recht anfangen und wie ich diese „sinnvoll“ gestalten soll, habe ich mittlerweile ein ausgeklügeltes System entwickelt: Die Schatzkiste enthält ein Gastgeschenk, das etwas Praktisches, etwas Süßes und was zum Spielen bereithält. Ja, auch Überraschungseier sind manchmal dabei. Heuer zum Beispiel waren es ein mit Super Mario bedruckter Turnbeutel, Super Mario Sticker und Schlüsselanhänger und ein Ü-Ei. Wie ihr jetzt sicher erraten habt, war das Wunschmotto des Geburtstagskindes Super Mario Bros. Ja, als Jungs-Mama muss man sich da erst hineinversetzen, doch wir hatten alle viel Spaß.
So, nun zur Anzahl der lieben Gäste und damit zur Größe der Party. Wie viele Kinder tauchen denn bei euren Geburtstagsfeiern so auf bzw. werden eingeladen? Ihr habt bestimmt schon einmal davon gehört, dass man sich bei der Zahl der eingeladenen Kinder am Alter des Geburtstagskindes orientieren soll. Ja, ich auch. Das hat auch zwei, drei Jahre gut funktioniert. Aber wisst ihr was? Eure Kinder werden älter. Ab acht, neun Jahren finde ich, hat sich diese Regel ad absurdum geführt. Wie bitte soll ich das denn bewerkstelligen und wo soll ich alle unterbringen? Darum weichen wohl auch so viele Eltern von zuhause aus und feiern die Geburtstage ihrer Kinder in „Partylocations“. Am Bauernhof, im Trampolinpark, im Kinderspieleparadies, bei McDonalds, … Die Möglichkeiten sind schier unendlich und es werden auch stetig mehr. Habt ihr das schon einmal versucht? Ich habe zwar auch schon mit dem Gedanken gespielt, in die Tat umgesetzt, habe ich ihn aber noch nicht. Das hat eigentlich nur Bequemlichkeitsgründe. Wenn ich zuhause feiere, kann ich auch alle Großeltern, Onkel und sonstigen Verwandten einladen, die gerne mitfeiern würden. Damit bleibt es bei einer Party. Weiche ich aber aus und veranstalte eine reine Kinderparty, dann heißt das, es wird zweimal gefeiert. Doppelte Organisation, doppeltes Essen, doppelte Torte, noch mehr Geschenke.
Apropos Geschenke. Wie händelt ihr das? Meine Jungs sind auf beiden Familienseiten die einzigen Neffen und Enkel. Das bedeutet leider keine Cousinen und Cousins, dafür volle Aufmerksamkeit und voller Geschenke-Fokus. Damit prasselte vor allem in den ersten Lebensjahren die volle Spielzeug-Dröhnung auf sie ein. Bis Mama und Papa das gestoppt haben … oder zumindest versucht haben, es zu stoppen. So ganz ist es uns immer noch nicht gelungen, aber es entwickelt sich in die richtige Richtung. Soll heißen Kindergarten- und Schulpartygäste dürfen Spiele und Spielzeug schenken und beim Rest der Verwandtschaft wird versucht, nützlich-schöne Geschenke zu finden. Dazu gehören etwa Turnschuhe, Skier, Fahrräder, Zeichensachen, Lernspiele etc. Und bei großen Sachen wird zusammengelegt. Auf die Weise lernen die Kinder dann auch gleich den Wert der Geschenke ein wenig zu schätzen.
Bevor ich weiter hüpfe, muss ich an dieser Stelle noch eine kurze Ergänzung zum Thema Geschenke machen, und zwar Geschenke-Boxen in Spielzeugläden. Auf den Punkt gebracht: ich finde sie großartig. So oft, wie wir bei anderen Kindern und Freunden zum Geburtstag eingeladen sind, würde ich sonst aus dem „Was schenke ich bloß, und wo bekomme ich es her“-Modus gar nicht mehr rauskommen. Einfach hingehen, nehmen, einpacken, fertig. Erstens zeitsparend und zweitens hat das Geburtstagskind dann auch etwas, das ihm wirklich Freude macht und das nicht fünf andere Kinder auch mitbringen. Doch nicht nur, wenn meine Kinder bei ihren Freunden eingeladen sind, auch für meine eigenen Kinder liebe ich diese Möglichkeit. Auf eines achte ich allerdings dabei: Dass nicht zu viel „Schrott“ in die Geschenkekiste wandert. Soll heißen, es gibt eine Mischung aus lustig und sinnvoll. Da sind dann zum Beispiel für meinen Erstklässler auch ein Erstlese-Buch und eine neue Trinkflasche für die Schule dabei, neben einem Lego und einer Brieftasche, die er unbedingt haben wollte. Wie ihr jetzt bemerkt habt, waren die Geschenke auf einer Hand abzählbar, was daran lag, dass wir nur vier Kinder eingeladen hatten. Und das reichte auch vollkommen. Sechs Kinder (das Geburtstagskind und sein Bruder mitgerechnet) für eine Party finde ich deshalb eine gute Zahl, weil es einerseits für mich noch überschaubar und händelbar ist, und sie andererseits so noch gut miteinander spielen können, ohne selbst den Überblick zu verlieren. Das große Ziel muss heißen: Spaß für alle.
Nochmal zusammengefasst:
Kinderparty mit Motto und Einladungskarten, passende Deko, Geschenke-Box beim Spielzeughändler eures Vertrauens für die kleinen Gästen, praktische Geschenk-Anweisungen für die Verwandtschaft, eine überschaubare Kinderzahl, Spiele und eine Schatzsuche. Damit steht einer erfolgreichen Geburtstagsparty im Jahr 2025 nichts mehr im Weg.
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