Für viele Schülerinnen und Schüler beginnt heute wieder der Schulalltag und damit gelten auch Änderungen im regionalen Bahnverkehr. Neu ist ein Zug, der um 13.42 Uhr in Spittal-Millstättersee in Richtung Lienz abfährt. Er soll Jugendlichen nach der sechsten Unterrichtsstunde eine frühere Heimfahrt ermöglichen.
Ein neuer Zug – ein anderer fällt weg
Zusätzlich angeboten wird diese Verbindung allerdings nicht. Stattdessen werden die bisherigen Nahverkehrszüge 4696 und 4697 zwischen Spittal und Mallnitz-Obervellach aus dem Fahrplan genommen.
Der Zug um 17.04 Uhr von Spittal in Richtung Mallnitz fährt ab heute nicht mehr. Auch die Gegenverbindung, die bisher um 17.36 Uhr in Mallnitz-Obervellach startete und um 18.02 Uhr in Spittal ankam, entfällt.
Für die ÖBB und den Verkehrsverbund ist die Umstellung eine Reaktion auf den Bedarf am Schulstandort Spittal. Laut den Verantwortlichen wurde die bisherige Mölltal-Verbindung im Durchschnitt von lediglich vier Personen täglich genutzt. Weil nicht genügend Zugmaterial zur Verfügung stehe, werde das bestehende Angebot umgeschichtet.
Kleine Bahnhöfe besonders betroffen
Während Reisende zwischen Spittal und Mallnitz weiterhin Fernverkehrszüge und Busverbindungen nutzen können, sieht die Situation für kleinere Orte anders aus. Fernverkehrszüge halten nicht in Pusarnitz, Mühldorf/Möllbrücke oder Kolbnitz.
Nach Angaben des Vereins „Zukunft Regionalverkehr Mölltal“ bleibt künftig nur noch das Regionalzugpaar am Morgen bestehen. Besonders deutlich wird die Lücke in Mühldorf/Möllbrücke und Kolbnitz: Dort hält nach 7.15 Uhr den restlichen Tag über kein Zug mehr.
Betroffen sind damit nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern auch Pendler, Lehrlinge, Urlauber und Menschen, die ohne eigenes Auto unterwegs sind.
Kritik an der Umstellung
Grundsätzlich ist die zusätzliche Schülerverbindung nach Lienz eine Verbesserung für Jugendliche aus dem Oberen Drautal. Im Mölltal sorgt jedoch für Kritik, dass dafür eine bestehende Verbindung gestrichen wird.
Auch das neue Postbus Shuttle im Oberen Mölltal kann diese Lücke nur bedingt schließen. Es bedient rund 400 Haltepunkte in Heiligenblut, Großkirchheim, Mörtschach, Winklern, Rangersdorf und Stall – die von der Zugstreichung besonders betroffenen Haltestellen liegen jedoch weiter talauswärts.
Damit bleibt die Frage: Ist es tatsächlich eine Verbesserung des öffentlichen Verkehrs, wenn eine Region eine neue Verbindung erhält und dafür eine andere auf ihren Zug verzichten muss?